2022 saß ich in meinem Lieblingscafé in Rom, in der Nähe der Engelsburg. Mein iPad stand vor mir und ich hatte beschlossen, endlich wieder mehr zu schreiben und die vielen Gedanken und Ideen, die immer wieder von innen anklopften, zumindest raus in meine kleine Welt zu bringen. Während ich an dem runden Tischchen in der Sonne saß, einen Cappuccino ☕ trank und aus dem Augenwinkel das italienische Treiben um mich herum mitbekam, fing ich an zu tippen. Als ich die Kurzgeschichte beendet hatte, stellte sich eine tiefe Zufriedenheit ein. Noch einmal sog ich das römische Flair und die Kulisse um mich herum in mich ein, klappte das iPad zu und genoss den Moment, ohne zu wissen, was ich nun mit der Geschichte, die mir wirklich gut gefiel, anfangen sollte. 🤷♀️
Wenige Wochen später war ich auf Sizilien, wo ich eine junge Deutsche traf (wir waren beide Volunteers bei einem Italiener, dem wir gegen Bett und Logis im Haushalt und im Garten geholfen haben – das ist aber eine ganz andere Geschichte). Sie erzählte mir von ihren bisherigen Schreiberfolgen bei einem Wettbewerb und wir kamen auf den story.one “young storyteller award” zu sprechen, von dem ich kurz zuvor das erste Mal gehört hatte. Der Gedanke, im nächsten Jahr daran teilzunehmen, reifte in mir. Auch, weil es das letzte Mal sein sollte, dass ich aufgrund der Altersbegrenzung teilnehmen konnte (die sie dann aber später dann doch aufgehoben haben). Ich hätte also knapp 9 Monate Zeit gehabt, mich diesem Projekt zu widmen. Wer mich kennt, weiß, dass langfristige Planung nicht so mein Ding ist und ich eher zum Team “last minute” gehöre. ⏲️ Was dieses Thema anging, schaffte ich es, mich zur Vorsitzenden dieses Teams zu qualifizieren. Als ich mich das nächste Mal mit dem “ysa” beschäftigte, winkte der Einsendeschluss bereits in nicht allzu weiter Ferne. Mir blieben nur noch zwei Wochen und ich hatte keine Ahnung, worüber ich schreiben sollte.
Die Regeln des Schreibwettbewerbs waren relativ strikt: 12-15 Kapitel, jedes maximal 3 Seiten lang. Für jemanden wie mich, die gerne ausschweifend schreibt und mit viel zu langen Sätzen hantiert und zudem noch nie etwas wirklich zu Ende geschrieben hatte, eine große Herausforderung. Nachdem ich mit ein paar Ideen gespielt hatte, kam mir die Kurzgeschichte in den Sinn, die ein Jahr zuvor in Rom entstanden war, und ich überlegte, ob ich nicht ähnliche kurze Geschichten verfassen konnte. Geschichten über die Liebe, über Beziehungen, über Enttäuschungen und Selbstzweifel, das Loslassen und wieder Aufrichten. Da Romance 💏 eigentlich gar nicht mein Schreib-Genre ist (darüber mache ich vielleicht nochmal einen eigenen Blogbeitrag), war die Unsicherheit dahingehend groß. Gleichzeitig war aber auch die Idee für mein Buch geboren. Die nächste Hürde stand jedoch schon bevor. Ich musste feststellen, dass meine Rom-Geschichte viel zu lang war und Kürzen wirklich eine Herausforderung ist, vor allem, wenn einem viel am bestehenden Text liegt (es war schließlich der Erste abgeschlossene seit langem). Ich musste erst lernen, das Wesentliche auf nur drei Seiten zu packen, und die ersten Geschichten wurden jedes Mal viel länger. Kapitel für Kapitel wurde ich aber besser darin und tatsächlich ist es mir gelungen, 12 Kurzgeschichten in zwei Wochen zu produzieren, während parallel Familienbesuch in der Stadt war und ich auch mit ihnen viel Zeit verbracht habe. 👨👩👧👦 Erzählt habe ich trotzdem keinem davon. Erst wollte ich mein Buch in den Händen halten – etwas Konkretes haben, nicht nur eine abstrakte Geschichte.
Warum sind die Kapitel in Monate aufgeteilt?
Die Idee kam durch die Vorgabe 12 bis 15 Kapitel zu schreiben. Da ich über die verschiedenen Phasen der Liebe, von Beziehungen, Trennungen und allem drumherum, davor und danach schreibe, dachte ich, sie über ein Jahr ablaufen zu lassen, hebe ihren zyklischen Charakter nochmal hervor. Ob mir das gelungen ist, dürft ihr mir verraten! 🙂
Wenig später war es so weit: Ich hielt meine erste Veröffentlichung in den Händen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was für ein Gefühl das gewesen ist. Mein Name auf einem Buchcover, meine Geschichten in der Welt. 🥹 Mit dem Award hat es letztlich nicht geklappt, aber es hat sich eine Tür geöffnet – in mir. Die Hürde, etwas fertigzustellen und die Kontrolle bei Veröffentlichung darüber abzugeben, war ein erstes Mal genommen – und der erste Schritt ist ja bekanntlich der Schwierigste.
Warum “Anatomie der Liebe”?
In den Kapiteln zeige ich Bestandteile, mögliche Aspekte (ganz sicher nicht das ganze Spektrum) und das Innenleben rund um das Suchen, Finden, Halten und Verlieren der Liebe – externer sowie der Selbstliebe. “Anatomie” beschreibt den Aufbau von Organismen bzw. seiner Zergliederung. So kam ich auf den Titel für mein Buch.
Warum habe ich das Buch jetzt nochmal als E-Book veröffentlicht?
Der Gedanke begleitete mich schon eine Weile. Wie gesagt, ist der Umfang des Buchs verhältnismäßig klein. Da es ein print-on-demand-Hardcover ist, der Preis und damit die Kauf-Hürde allerdings sehr hoch. Zum anderen gibt es ein paar Kapitel, die ich gerne mit etwas mehr Inhalt füttern wollte, bei denen ich den Kompromiss jedes Mal herauslesen konnte, den mir die Vorgaben des Wettbewerbs auferlegt hatten. Zudem gab es einige Stellen, die ich mit etwas Abstand gerne verändern wollte. Vermutlich ist das normal – besonders, wenn man vorher noch nie etwas veröffentlicht oder sich mehr mit dem Handwerk des Schreibens befasst hat.
Falls ihr euch fragt, welches das Rom-Kapitel ist: Ich habe damit das Buch abgeschlossen. Das letzte Kapitel heißt “Mai: Das Treppenhaus”.
Fun Fact: Die Idee zu dieser Geschichte bekam ich durch das Lied “Treppenhaus” der Sängerin Lea. Es war also mal wieder die Musik, die mich inspiriert hat. 🎶 Ich habe auch eine Spotify-Playlist, ein Song je Geschichte, zum Buch erstellt, die ihr euch HIER anhören könnt.
Ab sofort ist das E-Book “Anatomie der Liebe” exklusiv auf Amazon verfügbar. Ihr könnte es HIER für 1,49 € kaufen.
Habt ihr noch mehr Fragen, die ich euch beantworten kann? Dann schreibt mir gerne – hier oder auf Instagram.