Vorab: Ich habe keine Ahnung, warum der LBM der Beiname der „kleinen“ Buchmesse anhaftet. Ich fand sie genauso umfangreich und „erwachsen“ wie die Frankfurter Buchmesse. Tatsächlich hat sie mir sogar besser gefallen. Zu den Gründen später mehr.
Zunächst will ich aber ein paar Worte über die Stadt verlieren. Es war mein erstes Mal in Leipzig, auch wenn ich immer wieder viel Positives über die Stadt gehört habe. Und was soll ich sagen? Auch mir hat sie gut gefallen (auch wenn ich zugeben muss, dass ich nur wenig sehen konnte).
Ich habe mich Abseits des Messegetümmels von einem Café zum nächsten bewegt. Gerade sitze ich im Franz Morish Café – ein absoluter Tipp (wenn auch sicherlich kein geheimer), wenn ihr einen Ort sucht, an dem Industrial Style, Kaffeekultur und ein kreativer Vibe zusammenkommen. Hier seinen Laptop aufzuklappen oder sich anderweitig kreativ – ob alleine oder mit anderen – zu betätigen, gehört anscheinend fast zum guten Ton.
Auch wenn wir mit unserem Hotel leider nicht so viel Glück hatten, ist es wenigstens leicht in der Stadt schnell von A nach B zu kommen (was besonders hilfreich bei der doch etwas auswärts gelegenen Messe ist). Außerdem war die Stadt optimal vorbereitet – von Menschen, welche die Massen zu den Straßenbahnen gelotst haben, über Durchsagen an den Stationen vor dem Hauptbahnhof bis hin zu gesonderten Containern am Bahnhof, an denen man sein Gepäck für den Tag abgeben konnte – alles das wurde bedacht (die Messe gibt’s allerdings auch schon seit über 400 Jahren).
Kommen wir damit zum Messegelände: Ich war schon auf einigen Messen, aber so ein tolles Gelände habe ich bisher noch nicht gesehen. Die helle Haupthalle mit der großen Kuppel sorgt dafür, dass man sich durch Lichteinfall und Frischluft nach einem ganzen Tag im Getümmel nicht wie ein Zombie fühlt. Die verschiedenen Themenhallen sind schnell und durch ein Leitsystem relativ entspannt zu erreichen. In den Hallen geht’s dann aber, genau wie bei der FBM, ordentlich zur Sache. Ich war froh, dass ich erst beim Verlassen der Messe von der App erfahren habe (über die man etwas einfacher auf das umfangreiche Programm zugreifen konnte). Ich glaube, andernfalls wäre das FOMO-Gefühl noch stärker gewesen. Vorträge, Interviews, Lesungen, Signierstunden – die LBM bietet, was das Herz begehrt und mehr. Wer eine Pause braucht findet im Food Court (oder den entsprechenden Ecke in den Hallen) eine große Auswahl (sogar einigermaßen bezahlbar) oder kann sich mit der selbst mitgebrachten Verpflegung in den sonnigen Innenhof hocken.
Was mir besonders gefallen hat, war das über die Stadt verteilte Abendprogramm (und dass man sich nicht für alles anmelden musste, denn so etwas sehe ich immer zu spät und bin dann frustriert). Meine Begleitung und ich haben uns am Abend eine Lesung des Krimi-Clubs im Leipziger Landtag angeschaut – eine Location zu der man in der Regel (hoffentlich) nicht so einfach Zugang erhält. Der Andrang war so groß, dass wir in einem benachbarten Sitzungssaal über den Fernseher die Live-Übertragung ansehen mussten (Barbara-Salesch-Vibes inklusive).
Wieder einmal war es eine tolle Erfahrung, sich unter gleichgesinnten Menschen zu bewegen, die alle die Leidenschaft für tolle Geschichten teilen. Die vielen Cosplay-Begeisterten mit ihren detaillierten Kostümen waren eins meiner Highlights. Es gab sogar einen Wettbewerb, wobei ich nicht entscheiden wollen würde, wer das beste Kostüm anhatte.
Natürlich haben auch ein paar neue und sogar alte Bücher ihren Weg in meinen Besitz gefunden. Ich war begeistert zu sehen, dass hier auch Antiquariate ihre Bücher verkaufen (habe ich das auf der FBM nur nicht wahrgenommen?). Alleine in ihrem Bereich bin ich fast eine ganze Stunde hängengeblieben.
Neben neuen Büchern fahre ich mit ganz viel Motivation und Inspiration nach Hause. Denn bei den nächsten Messen möchte ich dann auch meine eigenen Bücher sehen!
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